Hans W.Geißendörfer und Frank Przibylla
Hans W. Geißendörfer
Mit der Sonntags-Serie im Ersten habe Geißendörfer "Homosexualität alltäglich gemacht" und "mit Ausdauer Protest und Widerspruch ausgehalten", begründete Steffen Schwab die Wahl. Dem Regisseur sei zu danken "für die Lindenstraße und Carsten Flöter und für Hans-Peter, Gerd, Robert, Theo und Käthe, für Tanja Schildknecht und Sonia und Franziska und vielleicht Susanne, für den Einzug des ersten Schwulen in die Lindenstraße am 12. Januar 1986, für den ersten schwulen Kuss 1990, für die erste schwule Hochzeit, am 24. Juli 1997 im unvermeidlichen Akropolis, schließlich für die erste Adoption durch eine schwulen Mann".
"Wir haben manchmal weggeblinzelt, wenn der Blick in den Spiegel, den uns Geißendörfer vorhält, wieder einmal schwer auszuhalten ist - Schwule, und Lesben vermutlich auch, sind tatsächlich ganz normale Menschen", würdigte Schwab die Sendung, Die "Lindenstraße" habe einen Beitrag zur Akzeptanz von Schwulen und Lesben mit all ihren Schwächen und Unzulänglichkeiten, Ängsten und Ungeschicktheiten geleistet. "Sie hat Vorbilder sichtbar gemacht, die manches Coming-out erleichtert haben dürften. Und sie dürfte manchmal sogar auch die kleinen Homophoben in uns selbst getroffen haben."
Frank Przibylla
Der diesjährige Preisträger Frank Przibylla ist seit 25 Jahren in der schwulen und schwul-lesbischen Selbsthilfe im Ruhrgebiet aktiv. Seine langjährige unermüdliche Arbeit hat wesentlich dazu beigetragen, dass aus dem Dortmunder KCR das älteste Homo-Zentrum der Republik werden konnte. Przibylla verwaltet nicht nur die Finanzen des KCR, sondern organisiert auch Ausstellungen, pflegt Kontakte zu Behörden und anderen Verbänden. Darüber hinaus ist er im Vorstand des Schwul-lesbischen Arbeitskreises Dortmund (Slado) sowie im Arbeitskreis lesbischer und schwuler Justizbediensteter (AlsJub) aktiv.