Dr. Theo Zwanziger, Dominic Frohn und Katharinal Kroll
Dr. Theo Zwanziger für besonders prominentes Engagement im Bereich Politik, Wirtschaft bzw. Kultur
Für sein besonderes prominentes Engagement im Bereich Politik, Wirtschaft bzw. Kultur bei der Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der schwulen und lesbischen Minderheit zeichnen wir Dr. Theo Zwanziger aus.
Der Präsident des Deutschen Fussball-Bundes hat es gegenüber dem Vorstand des Schwulen Netzwerks NRW e.V. als eine große Ehre bezeichnet, in die Reihe der bisherigen KOMPASSNADEL-Preisträger aufgenommen zu werden und nimmt den Preis im Rahmen des CSD-Empfangs gerne persönlich entgegen.
"Wir sind alle unterschiedlich. Unterschiede dürfen jedoch nicht zu einer unterschiedlichen Bewertung und Diskriminierung führen. Die Würde des Menschen ist unantastbar, unabhängig von allen Unterschieden", erklärte Dr. Zwanziger anlässlich des "2. Aktionsabend gegen Homophobie im deutschen Fußball" im Mai 2008.
Seine Mitwirkung am 2. Aktionsabend gegen Homophobie im Kölner Stadion, seine Unterstützung des gemeinsamen Auftritts der Queer-Football-Fanclubs (QFF), mit der EGLSF (European Gay and Lesbian Sports Federation) und dem Come-Together-Cup bei der großen CSD-Parade in Köln im Jahr 2008 und sein weiteres Engagement gegen vielfältige Formen gesellschaftlicher Diskriminierung haben den Vorstand des Schwulen Netzwerks NRW e.V. zur Nominierung motiviert.
Dr. Theo Zwanziger tritt auf verschiedenen Ebenen gegen jedwede Art von Diskriminierung ein. Seine Haltung ist längst noch nicht überall im Fußballgeschehen angekommen. Mit der Annahme der KOM-PASSNADEL bietet er auch dem Thema "Homophobie im Fußball" einen öffentlichen Raum und zeigt Flagge.
Das Engagement des 64-Jährigen Familienvaters würdigte auch die Initiativgruppe Schwules Weimarer Dreieck, die ihn im Herbst 2008 mit dem deutsch-französisch-polnischen Tolerantia-Preis auszeichnete.
Als Preisträger der KOMPASSNADEL setzt Dr. Theo Zwanziger ein wirksames gesellschaftspolitisches Signal gegen Homophobie im Fussball und ermutigt andere, auf dem Weg einer offenen und toleranten Bürgergesellschaft weiter voran zu gehen.
Dominic Frohn und Katahrina Kroll für ihr herausragendes ehrenamtlichen Engagement
Für ihr besonderes ehrenamtliches Engagement als Aufbauhelfer des schwul-lesbischen Aufklärungsprojekts SchLAu NRW und damit als Förderer der Akzeptanz der schwulen und lesbischen Minderheit zeichnet der Vorstand des Schwulen Netzwerks NRW e.V. Dominic Frohn und Katharina Kroll mit der KOMPASSNADEL 2009 aus. Mit der Auszeichnung der beiden jungen Aktivisten wollen wir auch die Initiative "Schule ohne Homophobie – Schule der Vielfalt" in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken und das Engagement aller Beteiligten würdigen. Als Aufbauhelfer von SchLAu NRW haben die beiden Preisträger nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass dieses Projekt nun möglich ist, aber auch weiterer struktureller Unterstützung bedarf.
"Kulturen verändern sich ausgesprochen langsam und benötigen bei ihren Entwicklungsprozessen aktive Unterstützung", erklärt Dominic Frohn zur Bedeutung der Projekte SchLAu NRW und "Schule ohne Homophobie". "Homophobie und Heteronormativität sind in unserer Gesellschaft nach wie vor weit ver-breitet und tragen dazu bei, dass gleichgeschlechtliche Lebensweisen weniger Wertschätzung erfahren oder sogar marginalisiert und diskriminiert werden. Das kann insbesondere schwule, lesbische oder bisexuelle Jugendliche und junge Erwachsene erheblich in ihrer Identitätsentwicklung einschränken. Und gleichzeitig stellt ein von Feindlichkeit geprägtes Klima auch für alle anderen Menschen eine Be-einträchtigung der Lebensqualität dar."
"Schule soll ein sicherer Ort für alle Schülerinnen und Schüler sein. Alle sollen sich dort entfalten können. Schulen haben den Auftrag, Schülerinnen und Schüler in ihrer Verletzlichkeit zu schützen und sie darin zu bestärken, dass es eine Vielfalt von Lebenswegen gibt“ begründet Katharina Kroll ihr Engagement. "Homophobie ist auch unter dem scheinbar so bunten Schirm von Vielfaltsprojekten ein Stiefkind – zu groß sind oft Bedenken, Liebe und Sexualität zu thematisieren. Das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe ist trotz allem immer noch sehr stigmatisiert und wird teilweise als sehr weit weg vom normalen Alltag wahrgenommen, sodass die Pädagoginnen und Pädagogen einfach Angst haben, selbst als schwul oder lesbisch wahrgenommen zu werden, wenn sie sich im Unterricht positiv dazu äußern. Es braucht ein eigenes Projekt, sonst bleiben Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender unsichtbar."
Beide Preisträger haben bereits lange Zeit in der konkreten Aufklärungsarbeit an Schulen mitgearbeitet und als Sprecher und Koordinatoren Verantwortung bei SchLAu NRW übernommen. Mit ihnen würdigen wir alle jungen Lesben und Schwulen, die heute in etwa 10 regionalen SchLAu-Projekten in Nordrhein-Westfalen ehrenamtliche Aufklärungsprojekte durchführen.